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WallstreetSo das gnadenlose Urteil der Wallstreet-Analysten Richard Greenfield (Pali Research) und Jessica Cohen (Merrill Lynch) für die Warner Music Group.

Greenfields Aussage dazu: “Ganz egal, wie viele Menschen von RIAA verklagt werden; ganz egal, wie viele Male ein Vertreter der Musikindustrie auf das Wachstum der digitalen Musik verweist; Wir glauben, eine zunehmende Mehrheit der Verbraucher weltweit betrachtet aufgezeichnete Musik einfach als frei verfügbar”. (Quelle)

Und so dürfte das rigerose Vorgehen der Musikindustrie in den vergangenen Jahren gegenüber den eigenen Kunden doch dazu geführt haben, den eigenen Fall zu beschleunigen. Seit 1999 hatte man Zeit, sich den veränderten Marktbedingungen anzupassen, neue Vertriebsmodelle auszuprobieren und sich als Dienstleister zu positionieren. 8 Jahre Zeit, den Trend zu erkennen und für sich und seine Künstler neue Einnahmequellen auszumachen und zu besetzen.

Und vor allem wäre viel Zeit gewesen, das Prinzip Gewinnmaximierung über Quantität zu überdenken. Nie zuvor wurde soviel “Musik” veröffentlicht, wie in den letzten Jahren im Bereich Pop/Rock. Und nie zuvor war (subjektiv gesehen) die Qualität schlechter, als in den letzten Jahren. Und jetzt, wo einige etablierte Bands das DIY-Prinzip adaptieren und ihren Verwertern abschwören, ist plötzlich hektische Betriebsamkeit zu verspüren. Die aber auf dem Weg nach unten nur darüber hinwegtäuscht, daß schlicht eine Ära zuende geht.

Prognosen wag ich allerdings keine, wohin diese Reise gehen mag. Für mich persönlich haben sich in den letzten 4 Jahren etliche Dinge bewahrheitet und Wünsche erfüllt, für die ich vor Jahren nur ein müdes Lächeln im Umfeld geerntet hatte. Schön wärs eben, wenn Musik trotz Kostenlosmentalität wieder etwas Wertvolles im Leben der Menschen werden würde. Die nächste Generation würde es uns danken.

(Foto: photog63 | Lizenz)

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