Und seine Auswirkungen auf die wirklichen Musikfans.

Nein, keine Angst, dies wird kein ellenlanger Artikel. Kein offener Brief, wie beim Johnny und auch sonst mag ich dies jetzt alles nicht so wirklich ausformulieren wollen. Die Diskussion läuft seit Jahren und seit Jahren tut sich nicht wirklich viel in dieser Beziehung. Die GEMA pocht immer noch darauf, gefragt zu werden, wenn man Musik zum Download anbieten möchte, egal ob der Urheber/Textdichter überhaupt bei denen Mitglied ist.

Jede Musiknutzung muß im Vorfeld bei der GEMA angemeldet werden. Sofern Sie keine GEMA-pflichtige Musik verwenden, fallen auch keine Vergütungen an.

Nicht gewusst? Macht nichts – interessiert mich persönlich auch nicht die Bohne, wo es nichts zu vergüten gibt, werd ich den Bürokratie-Elefanten mit Sicherheit nicht auch noch zusätzlich “belasten”. So einfach könnte das sein – aber so einfach ist es dann eben auch wiederum nicht.

Denn man kann ja auch Verlinken. Verlinken auf so unzählige Angebote, die man im Netz findet. Und hier lauern dann die größten Gefahren. Ist man sich sicher, das die Files berechtigterweise ins Netz gestellt wurden, dann greift die von mir schon gebrachte Linkregelung.

Im Gegensatz zu einer immer wieder geäußerten Meinung handelt es sich bei Links nämlich nicht um Zitate im Sinne des UrhG, denn ein Zitat setzt schon begrifflich voraus, daß der fremde Inhalt im Rahmen des eigenen Inhalts präsentiert wird. Ein Link auf einen fremden Inhalt stellt aber nur einen Verweis dar, ohne den fremden Inhalt auf der eigenen Seite wiederzugeben. Er ist daher rechtlich wie ein bloßer Verweis oder eine Fußnote in wissenschaftlichen Werken einzuordnen (so z. B. auch Schricker, Kommentar zum Urheberrecht, Rn. 22 zu § 16). Eine urheberrechtliche Relevanz besteht daher nicht.

Wichtig ist hier allenfalls, das das eigentliche Angebot dann hier in Deutschland nicht gegen das Urheberrecht verstösst. Dies dürfte zum Beispiel bei vielen Youtube-Videos zumindest fraglich sein. Was hier dann die GEMA dazu sagt, weiss ich nicht mal. Aber da hier keine Vervielfältigung stattfindet, dürfte sich das Thema dann an der Stelle erledigt haben. Untermauert wird dies durch ein Urteil, auf welches mich der Nachbar aufmerksam machte.

Insoweit führt der BGH dann aus, dass durch das Setzen eines Links kein urheberrechtlicher Störungszustand geschaffen wird, wenn das Werk bereits durch den Berechtigten selbst ohne jegliche Schutzmaßnahmen ins Netz gestellt wurde. Die Möglichkeit des Abrufs und der Nutzung des Werks ist durch den Berechtigten selbst geschaffen worden und jeder beliebige Nutzer ist deshalb in der Lage, das Werk auch ohne Verwendung des Hyperlinks aufzurufen.

Soweit so gut. Was allerdings fehlt sind klare Regelungen und Vergütungssätze für eben die modernen Formen der Musiknutzung. Die Rede ist von Podcasts, Mashups oder Videos bei denen im Hintergrund Musik läuft. Immer unter der Voraussetzung gedacht, dass damit kein Geld verdient wird. Und an dem Punkt hat der Gesetzgeber bisher mehr als nur versagt. Ich find es nachvollziehbar, dass man sich die gewerbliche Nutzung vergüten lässt. Ich kann es zu einem Teil auch noch für die unkommerzielle Nutzung wie z.B. bei Internetradios oder Podcasts nachvollziehen. Ich kann es absolut nicht mehr verstehen, wenn ein Privatmensch wegen eines Soundfiles hunderte von Euro an irgendwen bezahlen soll.

Musik braucht Luft zum Atmen – Musik muss sich entfalten können und muss genutzt werden können. Musik muss man hören können, auch ohne dafür erstmal etwas bezahlen zu müssen. Und erst wenn die Industrie dies verstanden hat, wird sie sich zukünftig auch wieder über mehr Musikliebhaber freuen dürfen.

Und zum Schluss nochmal der Hinweis auf das Promonet der IODA (Independent Online Distribution Alliance) – dort finden sich viele schöne Sachen. Ob allerdings die GEMA mit dem weltweiten Clearing der Promofiles einverstanden ist? Ich glaub wir fragen mal besser nicht nach…

(Danke an den Musikdieb für die Steilvorlage)



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