Urheber- oder Leistungsschutzrechte?

Im Moment geistert ja die Entscheidung der britischen Regierung durch die Medien, dass diese einer Verlängerung des Copyrights nicht zugestimmt hat. Allerdings dürfte für die Meisten verwirrend sein, dass eben die Laufzeit des eigentlichen Urheberrechts (also der Autoren und Textdichter) auch im Königreich schon jetzt bei sagenhaften 70 Jahren nach Ableben des Autors liegt.

Um was es hier geht ist vergleichbar mit den hiesigen Leistungsschutzrechten, einem verwandten Schutzrecht. Leistungsschutz genießen im Bereich der Musik Künstler, Tonträgerhersteller und Konzertveranstalter. Es geht also um die eigentlichen Aufnahmen, da ja der Autor und der ausübende Künstler nicht zwingend die selbe Person sein müssen. Und die Schutzfristen für eben diese Aufnahmen sind halt in England etwas kürzer, eben die von der Musikindustrie kritisierten 50 Jahre.

Die Argumentation, dass nur mit verlängerten Schutzfristen ein Anreiz entstehen würde, neue Werke zu schaffen, ist dann allerdings auch mal wieder ein Armutszeugnis der Blutsauger-Industrie, die ihre Felle davon schwimmen sieht. Und die armen Künstler, die nie einen eigenen Song geschaffen, sondern diesen nur aufgeführt oder aufgenommen haben, tun mir auch gar nicht leid. Wer da 50 Jahre später immer noch davon profitieren möchte, hat ja wohl doch was falsch gemacht. Sorry Bono, aber das glaubt dir kein Mensch, dass du genauso leiden wirst, wie die Kinder in Afrika.

Mehr Infos auch: Heise und Telepolis

Kleiner Hinweis: Für die Vergütung der Zweitverwertung von Leistungsschutzrechten wie öffentliche Wiedergabe von Tonträgeraufnahmen (Radio, TV) ist hierzulande nicht die GEMA, sondern die GVL zuständig.

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