Unabhängig, Unsachlich, Unspektakulär…Unmöglich!?

F.A.L.K. stands for FUCK ART - LETS KILL!


Lustisch

» Abgelegt von Falk am 02.08.2006 11:35 unter: Kommerz, Sonstiges, Management |

So wird das doch nie was.

Behaupte ich jetzt einfach mal ganz dreist und komm auf ein Zitat, was ich beim Nachbarn gefunden habe.

Alternativen, die man kostenlos bekommt, zerstören über kurz oder lang alle Angebote, für die jemand bezahlen muss! Am Ende ist der Beruf eines Schriftstellers eben kein Beruf mehr, sondern reine Freizeitbeschäftigung, die sogar noch Geld kostet, anstatt den hart arbeitenden Autor zu ernähren. Die Folge: Die Motivation geht gegen Null, weil der Profi von heute der arbeitslose Schriftsteller von morgen ist und sich vom Schreiben am Ende frustiert gänzlich abwendet, während er nach neuen und vor allem völlig anders gearteten Geldquellen Ausschau hält. Wie sonst soll er seine laufenden Rechnungen bezahlen?

Und dann wurde die Frage in den Raum gestellt

…mich würde natürlich auch interessieren ob All:My:Faults mit ihrer Aktion jetzt mehr oder weniger Alben verkauft haben…

Na wer kennt die Antwort?

Ich wiederhol sie auch gern nochmal hier: …ich kann momentan nur von Trends reden (denn für richtige Zahlen haben wir wohl erst in 2-3 Jahren was in der Hand). Aber die zeigen, das die Anfrage nach CDs überproportional zum angebotenen *freien* Content ansteigen. Und das ist der Trend, den ich auch weiterverfolge.

Tja, was soll ich groß zu sagen - ihr ganzen Helden da draussen, klammert Euch weiter wie wild an Euren Content, schmeisst den bösen Buben im Internetz Abmahnungen um die Ohren, aber wundert Euch nicht, wenn in ein paar Jahren keiner mehr mit Euch spielen mag. Oder - was natürlich auch passieren kann, die ganzen Contentklammeraffen gewinnen in diesem Spiel und der Regulierungwahn nimmt kein Ende. Schöne neue Welt?!

Kleiner Tip am Rande: Wer unbedingt mit seinem Blog Geld verdienen möchte, solle halt schöne Geschichten schreiben, diese ausdrucken und einem Verleger anbieten. Dann kann man im Blog ja auf den Verkaufsrenner bei Amazon verlinken und durchs Partnerprogramm gleich noch doppelt verdienen. Und wer jetzt Ironie gefunden hat, der darf sie behalten oder im Rahmen der Creative Commons für sich selbst verwenden.

Update 03.08.2006:

Noch mehr Gedanken zu dem Thema Content”klau” liest man bei Andreas - Schaltet doch endlich eure RSS-Feeds ab! Ich konnt mir ein Schmunzeln nicht verkneifen ;)





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  • 1

    Und wer jetzt Ironie gefunden hat, der darf sie behalten oder im Rahmen der Creative Commons für sich selbst verwenden.
    Hrhr!

    Was soll man sagen… Anwälte halt ;)

    Greg am 02.08.2006
  • 2

    Ich muss glatt nochmal klauen

    Es geht also dieser Gruppe nicht primär um den Austausch von Wissen und gegenseitiges Kommunizieren, es geht um das maximieren ökonomischer Interessen, der Erhöhung der Awareness, der Erhöhung des qualifizierten Traffics und der Kontrolle, wo Inhalte drittverwertet werden dürfen. Das ist banal, aber wichtig zu verstehen und auch zu respektieren.

    Bis dahin wars ja noch okay - Respekt hab ich davor ja, aber mit solchen Menschen, die sich an ihren Kram klammern, wie wildgewordene Affen, möcht ich auch nichts zu tun haben. Oder aber ganz anders, wenn sie doch die Kontrolle über ihre Inhalte wollen, warum treffen die Menschen dann keine Maßnahmen, es kontrollieren zu können, sondern setzen auf offene Standards? Hö?

    Und dann fiel doch das verhasste Wort Toleranz.

    Toleranz für sowas? Never ever - Toleranz ist was für Weicheier, die mit allen nur kuscheln wollen, um selbst gut dazustehen. Geht weg! (Eigenzitat - alle Rechte an diesen zwei Worten in dieser Kombination liegen beim Verfasser).

    Aber schön, wenn der schnöde Mammon immer so fix sein wahres Gesicht offenbart.

    Falk am 02.08.2006
  • 3

    Sicherlich verdrängen einige kostenlose Dinge kommerzieller Dinge, siehe Opensource - dort wo sich halt Qualität durchsetzt. Das kann man jetzt auch nicht pauschal sehen, z.B. Windows ist futsch, sondern in Teilbereichen.
    Aber was viele nicht mal ansatzweise auf die Reihe bekommen, Opensource bedeutet in keinster Weise, auch nicht die CC Lizenz, hier geschenkt, nimms mit und denkt nicht weiter drüber nach. Es ist die Art und Weise wie man damit umgehen kann, man kann die Musik/das Programm kopieren, man kann eventuell damit arbeiten (Musik) usw. Es ist frei nutzbar, es ist keine “Leihgabe” mit 1000 und einem Fallstrick. Ob jeder das respektiert der freie Lizenzen nutzt, keine Ahnung. Aber wenns diese nicht gibts nutzen es viele Leute auch “so”, das wird sich wohl nie ändern - aber ich denke das “Entgegenkommen” wird oft genug auch mal honoriert.
    Das dort angeführte Schubladendenken mag ja oft genug usus sein im Netz, aber man darf es einfach nicht verallgemeiner, nur weil man vielleicht gerade eben diese einen “kleinen” Ausschnitt am Rande mitbekommen hat und daraus seine Schlüsse zieht.
    Man muß nicht Nerd sein, um anders zu denken, vice versa gilt dies natürlich auch.
    Das rote Tuch für BWLer und Juristen sind eben freie Güter und vor allem wenn diese sich massiv verbreiten, man kann diese nicht so recht fassen und letztendlich wird man quasi überflüssig. Aber das braucht uns normale Leute (ob Nerd, Geek, Freak oder Normalo) in keinster Weise zu kümmern. Klar sind wir tolerant, wir haben gar ein mitleidiges Lächeln über :)

    Oli am 02.08.2006
  • 4

    Nein Oli, den Punkt mit dem mitleidigen Lächeln geh ich absolut mit (steht ja auch irgendwie so im Artikel). Aber Toleranz? Dieses geflügelte Wort ist einfach zu überstrapaziert und bedeutet nichts anderes, als wem andersdenkenden die kalte Schulter zu zeigen. Und das kann ich nicht … Vom Prinzip isses mir ja auch wurscht, wenn jemand meint, das sein Content so wertvoll ist, das dieser sich entgegen der Gepflogenheiten im Netz nur *kontrolliert* weiterverbreiten darf, dann muss er eben Sorge tragen, das dies auch nur kontrolliert passiert.

    Das was momentan versucht wird, ist die Kontrolle über etwas zu erlangen, was schlicht kaum bis nicht kontrollierbar wird. Gestützt durch eine (naturbedingt) Jahre hinterherhinkende Gesetzgebung, deren Vertreter sich da auch immer wieder festfressen. Und um himmelswillen - ich schlag mit Sicherheit keine Lanze für Flachwichser, die mit der *Kreativität* anderer Geld machen (es sei denn, es ist explizit erlaubt), aber ich seh auch, das vielen der Begriff und die Bedeutung von *Fair Use* aus monetären Interessen schlicht nichts sagt oder bedeutet.

    Falk am 02.08.2006
  • 5

    Toleranz im Zusammenhang mit dem mitleidigen Lächeln war auch eher ironisch gemeint, ich denke du kennst zumindest einen Teil meiner Artikel und Opensource geht mir über alles ;-)
    Meiner Meinung nach wäre auch Kultur ohne den freien und zwanglosen Umgang mit Produkten dieser, einfach undenkbar. Diese seltsame System heute, ist nicht dem Menschen ureigen und hätte dieses tatsächlich schon von Beginn an existiert, wären wir heute immer noch in Höhlen beheimatet. Manchmal denke ich, wenn ich mir diese Entwicklungen betrachte, es wäre auch besser so.
    Ich kann einem Anwalt nicht viel über Urheberrecht erzählen, woher auch, aber ich kann diesem wertvolle Nachhilfe in puncto Kultur geben, in all ihren Spielarten.

    Oli am 02.08.2006
  • 6

    Das Problem ist halt, das die ökonomischen Interessen tatsächlich mittlerweile über *allen* anderen Werten angesiedelt sind. Was eine freie Entwicklung von Kunst, Kultur etc. mehr als nur behindert.

    Und das ist ja mittlerweile auch einer der Hauptaspekte hier. Aufzeigen, das die Alternative gar nicht mal so schlecht ist, ohne zuerst nach dem Geldbeutel zu schielen. Plus natürlich die Provokationen in Richtung derer, die in meinen Augen \”zurückgeblieben sind\”. Wenn nur einer drüber nachdenkt, hab ich viel erreicht. Und dieses \”Wissen\” von mir geb ich weiter, weil es eben in der Natur der Sache liegt ;)

    Falk am 02.08.2006
  • 7

    Manche schielen ewig und merken dabei auch nicht, das die Qualität einfach nicht langt um im big business mitzuspielen :D
    Ok im Musik business liegt die Sache vielleicht noch ein wenig anders, da verstehen viele die kostenlose Vergabe der Werke wirklich nur als Anreiz. Auch irgendwie verständlich, anders als im Softwarebereich bzw. Dokumentbereich kann man drüber hinaus nicht noch seinen Unterhalt mit Service etc. verdienen.

    Oli am 02.08.2006
  • 8

    Grad im Musikbusiness wäre der konsequentere und sogar von mir durchaus angedachte Weg die kostenfreie Variante. Mehrwert kann man immer noch schaffen und viele (ich red jetzt nicht von der Handvoll Superstars) verdienen ihr Geld nicht durch die reinen CD-Verkäufe und/oder Downloads. Da sind ganz andere Felder wie Liveauftritte, Merchandising etc., die eben einen *bezahlten* Mehrwert bieten. So groß ist der Unterschied dann auch nicht, wenn auch etwas anders.

    Falk am 02.08.2006
  • 9

    Ok ein Schweißtuch von Elvis Presley ging wohl damals gut weg oder die Puppe von Marilyn Manson für die Kleinen, aber von irgendeiner kleinen relativ unbekannten Gruppe wohl kaum.

    Oli am 02.08.2006
  • 10

    T-Shirts auf Live-Shows gehen doch oft einigermaßen gut weg…

    Greg am 02.08.2006
  • 11

    Ich hab auch nur *einige* Beispiele genannt. Denke da kann man zukünftig auch sehr kreativ sein als Band, welchen Mehrwert man anbieten kann. Das geht von Abos für einzelne Songs der neuen CD bis hin zu Wohnzimmerkonzerten oder Liveübertragungen im Internet und und und … wo sind die Kreativen denn? Sicher nicht in den A&R Abteilungen der großen Plattenfirmen. Zitat aus einem Newsletter, den ich gestern bekommen habe

    Es liegt an denen (der Umsatzrückgang Anm. d. Verf.), die sich CHEFS, CONTROLLER, MARKETING und noch hochtrabender A&R-Manager bei unseren Plattenfirmen nennen, aber weder von A wie ARTIST … noch von R wie Repertoire eine Ahnung haben!

    Und das schreibt einer, der bei durchaus großen Firmen in solchen Bereichen tätig war ;)

    Falk am 02.08.2006
  • 12

    Ja gut T-Shirts, aber ich meine erst einmal leben von dieser Kunst ;) nicht noch nebenher malochen und des Abends eine Gig :D

    Oli am 02.08.2006
  • 13

    Davon leben können nur 5% aller Musiker weltweit. Aber man ist heutzutage weniger von überholten Marketingstrategien abhängig, um auf anderem Wege zu partizipieren. Und auf dem *Weg* zerstört kostenfreie Vergabe von Content keineswegs den eventuellen späteren (auch finanziellen) Erfolg. Auch wenn momentan die Geschichten, welche um sogenannte Internetbands (Stichwort: Arctic Monkeys) erzählt werden, nur clevere PR-Schachzüge von Agenturen sind. Das “Volk” stimmt schon lang nicht mehr über den Erfolg eines Künstlers ab. Denn langfristige Bindung ist in der heutigen Zeit kaum noch schaffbar. Aber eben auch nicht unmöglich ;)

    Falk am 02.08.2006
  • 14

    Falk ich versuche ja nur Verständnis für diese brotlose Kunst aufzubringen :D

    Oli am 02.08.2006
  • 15

    Hallo Falk,

    ich denke, Software, Musik und Textwerke haben ihre jeweils eigene Besonderheiten, die man berücksichtigen sollte.

    Kostenfreier Content ist eine tolle Sache, aber muss der denn auch automatisch bedeuten, dass nicht nur der Content, sondern auch jegliche Weiterverwertung kostenfrei sein soll? Insbesondere wenn keine kreative Auseinandersetzung mit dem Content erfolgt, warum sollte dann eine kostenfreie Weiterverbreitung etwas bringen, wenn das Original doch beim Urheber — wo es im Falle von Musik bspw. zudem noch die Möglichkeit gibt, den Urheber durch den Kauf von CDs, T-Shirts, Mauspads etc. zu unterstützen — nur einen Klick entfernt ist.

    Zudem muß ein gewisses Verhältnis zwischen Geben und Nehmen gewahrt bleiben: einige OSS-Projekte kämpfen schon gegen die Allmende-Problematik und können kaum Entwickler, Mitarbeiter für die Dokumentation und Spenden gewinnen, während sie sich auf der anderen Seite nörgelnden Nutzern, die nach bestimmten Features quengeln aushalten müssen.

    Ähnlich sieht es in Foren aus. wenn ich einen Nutzer bitte, eine bestimmte Manualpage zu lesen, und wenn dann die Syntax des Befehls unklar ist, halt noch einmal nachzufragen, ich mir anhören muss, dass meine Reaktion nicht dem OSS-Gedanken widerspreche.

    Wenn ich in blog.rootserverexperiment.de oder früher auf /dev/corner ein Tutorial oder ähnliches veröffentliche, dann kann ich dieses nicht mehr für Printmedien verwerten. Ich verzichte also direkt auf Geld, dafür dass ich Content kostenlos ins Netz stelle. Was ist nun daran falsch, wenn ich die Weiterverbreitung an gewisse Bedingungen knüpfe?

    Mattias Schlenker am 03.08.2006
  • 16

    Software, Musik und Textwerke haben ihre jeweils eigene Besonderheiten

    Unbestritten, allerdings sind sich die derzeitigen gesetzlichen Regelungen in vielen Punkten gleich und das Verständnis eines Nicht-Juristen durchaus in allen Fällen das Selbe.

    Kostenfreier Content ist eine tolle Sache, aber muss der denn auch automatisch bedeuten, dass nicht nur der Content, sondern auch jegliche Weiterverwertung kostenfrei sein soll?

    In der extremsten Auslegung ja, auch wenn viele Menschen (verständlich) an diesem Gedanken erstmal scheitern. Ich mach da auch immer noch den Unterschied, in welcher Form und zu welchem Zweck eine “Weiterverwertung” geschieht.

    warum sollte dann eine kostenfreie Weiterverbreitung etwas bringen…

    Aus den von mir hier häufig und gern angebrachten Gründen. Der eigentliche Content ist gemeinfrei und die Wertschöpfungskette *muss* und sollte woanders ansetzen. Speziell eben auch aufgrund der Eigenheiten des Netzes.

    Zudem muß ein gewisses Verhältnis zwischen Geben und Nehmen gewahrt bleiben…

    Fair Use - aber dies erzeugt man nunmal nicht, indem man auf (eventuell auch bedenkliche) Verwertung jedesmal gleich mit der Keule und den Schlagwörtern Urheberrecht und Abmahnung “droht”.

    …dass meine Reaktion nicht dem OSS-Gedanken widerspreche

    Solche Menschen haben nichts verstanden und denen sollte man weder Aufmerksamkeit schenken, noch sie in irgendeiner Form unterstützen.

    …ein Tutorial oder ähnliches veröffentliche, dann kann ich dieses nicht mehr für Printmedien verwerten…

    Was spricht dagegen?

    Ums eventuell nochmal mit einem Hinkebein zu probieren - was seltsam anmutet ist, das momentan Handballer versuchen auf einem Fußballplatz mitzumischen, ohne die Spielregeln genau zu kennen. Hier wäre es mehr als nur notwendig, das man *gemeinsam* an Lösungen arbeitet, anstatt sich ständig in Endlosschleife die immer selben Argumente um die Ohren (Augen) wirft. Solang dies nicht als Teil unserer Kultur verstanden wird und “Geiz ist geil und wenns gar nichts kostet noch besser”-Mentalität weiter in den Köpfen eben durch jenes “Gezicke” verankert wird, seh ich persönlich auch keine Chance, grundlegend die kreative Kraft in andere Richtungen zu verlagern.

    Falk am 03.08.2006
  • 17

    Zudem muß ein gewisses Verhältnis zwischen Geben und Nehmen gewahrt bleiben: einige OSS-Projekte kämpfen schon gegen die Allmende-Problematik und können kaum Entwickler, Mitarbeiter für die Dokumentation und Spenden gewinnen, während sie sich auf der anderen Seite nörgelnden Nutzern, die nach bestimmten Features quengeln aushalten müssen.

    Das gibt es und das wird auch immer gerne zitiert, ist aber bei weitem nicht die Regel. Opensource gabs schon vor Linux und wie man so schön sagt alive and kicking, totgeredet werden vielerlei Bereiche seit Jahrzehnten! :)

    Wenn ich in blog.rootserverexperiment.de oder früher auf /dev/corner ein Tutorial oder ähnliches veröffentliche, dann kann ich dieses nicht mehr für Printmedien verwerten.

    Das ist nicht korrekt, ich kann - mit einvernehmen des Verlags - ein Werk frei veröffentlichen und gleichzeitig als Buch verkaufen. Ok ich werde kein Millionär damit, aber ich kenne eine Reihe Fachbuchautoren die dies machen und ich werde es genauso tun :)

    Nicht jeder liest gerne ein Buch online, da wird es meist eher zum Nachschlagen genutzt, für andere gehts auch einfach ums Prinzip. Die Verlage gibts natürlich noch nicht wie Sand am Meer, ein Umdenkprozeß findet aber auch dort statt.

    Insbesondere wenn keine kreative Auseinandersetzung mit dem Content erfolgt, warum sollte dann eine kostenfreie Weiterverbreitung etwas bringen,

    Eine kreative Auseinandersetzung erfolgt immer, diese erfolgt bewußt oder unbewußt - so funktioniert Kultur. Wir entwickeln uns ohnehin hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft, das haben auch große Firmen wie Microsoft erkannt. Im Opensourcebereich gibts da auch Erfolge zu verzeichnen, z.B. Software für Arztpraxen etc.
    Jeder der einen Brief schreibt, einen kleinen Aufsatz etc. der ist schon beeinflußt von anderen Werken, setzt diese also kreativ um. Ob nun in kleinen oder großen Maßstab ist dabei irrelevant.

    Oli am 03.08.2006
  • 18

    Nur soviel: Es ist extrem aufwendig, (Zeitschriften-) Verlage davon zu überzeugen, überhaupt einmal Inhalte aufzunehmen, die unter CC bereits veröffentlicht sind. Im Zweifel erstellt man auf den gleichen Notizen eben zwei Artikel, die auch den unterschiedlichen Lesegewohnheiten in Web und Print widersprechen.

    Dafür, dass ich kostenlos und auf Anfrage frei publiziere, muss ich mir den Vorwurf gefallen lassen, die Spielregeln nicht verstanden zu haben — weil ich die Weiterverbreitung einschränke und nur auf Antrag freigebe?

    Eine recht lästige Sache auch beim Verbreiten unter CC ist, das “Verbatim Copies” von Tutorials/Workshops etc. schnell veralten. Ich darf mich dann mit Anfragen herumschlagen, die sich auf eine veraltete Version eines Artikels beziehen oder darf diejenigen anschreiben, die den Workshop vor Monaten mal kopiert hat und seither vergessen hat. In dem Fall wären links das Beste: eine kurze Einleitung und ein Link auf das Original. Wer ein Tutorial wirklich modifizieren möchte (was beim Einstellen in ein Wiki praktisch zwangsläufig der Fall ist), bekommt es unter CC frei Haus.

    Ähnlich sehe ich Aggregatoren: von Planets, die aus einem Themenfeld aggregieren und dazu vielleicht noch alle paar Tage eine Kolumne bieten, profitieren alle. Die Aufnahme in solch einen Aggregator sehe ich als tatsächlich als Ehre. Bunt gemischte private Aggregatoren, die nicht unter dem Radar von Google fliegen, produzieren munter Duplicate Content, der mehr schadet als nützt.

    Ich meine Gründe, mich so zu verhalten, wie ich mich verhalte und ich akzeptiere all diejenigen, die ihre Inhalte komplett unter eine CC-Lizenz stellen. Aber versucht bitte auch ein wenig Verständnis für meine Situation aufzubringen. Solange wir nicht in einer idealen Welt leben, wird es schwierig, alle Inhalte sofort unter CC freizugeben.

    Mattias Schlenker am 04.08.2006
  • 19

    Oops, Verschreiber:

    > Im Zweifel erstellt man auf den gleichen
    > Notizen eben zwei Artikel, die auch den
    > unterschiedlichen Lesegewohnheiten in Web
    > und Print entsprechen.

    Mattias Schlenker am 04.08.2006
  • 20

    Dafür, dass ich kostenlos und auf Anfrage frei publiziere, muss ich mir den Vorwurf gefallen lassen, die Spielregeln nicht verstanden zu haben—weil ich die Weiterverbreitung einschränke und nur auf Antrag freigebe?

    Einen Vorwurf macht dir da hier keiner drauss. Ich will das vom Prinzip auch gar nicht als solchen verstanden wissen, sondern finde eben, das man halt ein wenig umdenken sollte. Und zwar auf *allen* Ebenen. Damit eben auch jenes “zeitaufwändige Überzeugen von Verlagen” irgendwann der Vergangenheit angehört. Das die freie Verfügbarkeit von Informationen ein wesentlicher Bestandteil unserer Kultur ist, ohne das jemand deshalb fürchten muss, seinen Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten zu können. Klar leben wir nicht in einer idealen Welt, aber das was da grad diskutiert wird (und vor allem *wie* es diskutiert wird) verschlimmbessert das Ganze doch nur.

    Oder um mal ein Beispiel aus meinem Bereich zu bringen - wäre eine meiner Bands Mitglied in der GEMA, dürften wir von dieser Band *keine* Songs unter Creative Commons veröffentlichen. Und warum nicht? Weil man sich naturbedingt bei den Münchnern auf das derzeitige Urheberrecht beruft.

    Und um auf das Lesen zurückzukommen. Ich habs nebenan auch schon geschrieben - speziell im Fachbuchbereich find ich ein gedrucktes Exemplar hier bei mir im Schrank wesentlich besser handhabbar, als nur am PC nach Informationen zu suchen. Da wird auch die technologische Entwicklung in Richtung “Internet jederzeit und überall” nichts dran ändern. Zumindest erstmal auf mittelfristige Sicht nicht.

    Und zu dem Beispiel mit den veralteten Tutorials - sowas passiert bei Weitergabe via RSS eben nicht, denn dieser kann ja aktualisiert werden und steht dann auch immer in der aktuellen Version auf der “Fremdseite” zur Verfügung. Beim reinen Kopieren geb ich dir aber vollkommen recht, da wärs durchaus cleverer, zumindest den Verweis auf aktualisierte Fassungen mit anzubringen - was bei CC ja von Haus aus schon durch die zwingende Quellenangabe gegeben ist. Das wären Dinge, die man diskutieren kann und wo man eben die Leute darüber aufklärt, welche Auswirkungen dies oder jenes Vorgehen hat. Ohne den Oberlehrer rauszuhängen ;)

    Falk am 04.08.2006

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