Experiment gelungen - Labels tot?

Doch wie werden Nachwuchs-Musiker mit diesem Vorgehen groß werden können?

Alles eine Frage der Zeit und genauso wahrscheinlich, wie schon die Jahre davor. Darauf zu hoffen, entdeckt zu werden, ist doch schon längst ein Traum, der ausgeträumt ist. Und mit rückwartsgewandtem Marketing wirds wohl in der Zukunft eher eng.

Ob es wirklich reichen wird, endlich wieder bessere Musik zu machen, die den Menschen nicht nur wegen der Werbung, dem Marketing und der sonstigen Gehirnwäsche der Labels gefällt?

Es hat immer gereicht, gute Musik zu machen, um Menschen zu erreichen. Warum sollte sich daran etwas ändern. Nur reich werden die Wenigsten damit. Allerdings unabhängig davon, ob nun mit oder ohne Label. Hilfe brauchen Künstler auch weiterhin und es ist vollkommen wurscht, ob sich die nun den Namen Label oder sonstwas gibt.

Seltsame Fragen…

Mal grad so eingefügt: Was ist besser - 10.000 Downloads eines frei verfügbaren Albums eines Newcomers oder 10 verkaufte CDs, die dann auch ihren Weg ins Netz finden?

Ähnlichkeiten mit anderen existierenden Artikeln sind rein zufällig:
Es ist zum Kugeln… | Eigentlich… | Indie-Musiker für Netzneutralität | Verdammt | MySpace Music geht an den Start | Alles nur noch schnell… | Sony BMG verzichtet auf DRM? | Zu kurz gedacht? | Zu diversen Kommentaren hier | 10.000 |

6 Meinungen ↓

#1 Tuffy am 08.11.2007 gegen 11:35

Der eigentliche Witz ist, dass man als kleine Band bei einem mittleren Label im Prinzip auch kein Geld aus CD Verkäufen erhält. Da kann man seine Songs auch besser gleich verschenken. Ich war überascht zu hören, dass irgendwelche Indie-Bands, die z.B. in der Visions extrem abgefeiert werden, gerademal 1000er Auflagen pressen. Rechnet man großzügig 300-400 Promoexemplare ab, so bleiben nur wenige hundert Einheiten, die dann vielleicht mal innerhalb von drei Jahren verkauft werden. Da kann man sich natürlich auch fragen, ob in der Musikpresse und im Radio wirklich noch qualitativ hochwertige Musik gefeatured wird, die die Leute auch erreicht. So gesehen sind 10.000 freie Downloads für eine Indie-Band auf jeden Fall erstrebenswerter als einige verkaufte CDs. Und wie gesagt: Geld verdient hat man mit der ganzen Geschichte früher auch schon nicht.

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#2 Falk am 08.11.2007 gegen 12:22

Genau das ist ja der Treppenwitz an der ganzen Geschichte. Es werden einige etablierte Beispiele von erfolgreichen Band runtergebrochen auf die Bestrebungen von Netlabels oder Künstlern, die beispielsweise ihre Musik unter freien Lizenzen verteilen. Sicherlich hat niemand im ersten Moment etwas von den 10.000 DLs. Aber diese erreichen mehr, als unkontrolliertes P2P von den CDs, die (wie du richtig anmerkst) bei Indies eh in geringen Mengen nur auf den Markt kommen. Von daher versteh ich persönlich auch gar nicht diese derzeitige Blockadehaltung grad bei den kleinen Labels. Da wird sich an minimale Umsätze geklammert, die eh in den nächsten Jahren noch völlig obsolet werden. Anstatt zu verstehen, daß diese neuen Methoden im Netz zukünftig einiges mehr bringen dürften. Klar ist es ein verdammt weites Feld und die gerechte Entlohnung für Urheber alles andere als gesichert. Aber wer nichts wagt, wird untergehen.

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#3 Tuffy am 09.11.2007 gegen 11:35

Absolut richtig! GERADE im Indie-Bereich muss dringend umgedacht werden, denn der “normale” Musikfan kann die feinen Unterschiede in der Vermarktung eh nicht verstehen und wird nicht einsehen, warum er für ein Indie-Release mehr bezahlen soll als für einen Major-Act (denn darauf läuft die Entwicklung ja im Prinzip hinaus). Ich könnte mir vorstellen, dass Labels künftig mehr oder weniger als Dienstleister für die Bands fungieren. Mit genau definierten Aufgaben und evtl. sogar gegen Bezahlung.
Abgesehen davon sollten die Medien hierzulande endlich unsigned Acts ernster nehmen. In UK ist man da schon zwei Schritte weiter, aber das ist ein anderes Thema…

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#4 Falk am 09.11.2007 gegen 12:03

Abgesehen davon sollten die Medien hierzulande endlich unsigned Acts ernster nehmen.

Darauf hoffe und bau ich schon seit Jahren. Aber sobald eine Band keine Relevanz in Form von “signed by XYZ” oder “vertrieben von ABC” besitzt, werden diese einfach nicht besprochen. Diese Kritik wirst bei mir hier öfter finden. Ich kenne einige Bands, die professionellen Indieansprüchen genügen, von den deutschen Medien zwar wahr- aber nicht ernst genommen werden. Außerdem sind da bei mir im Hinterkopf immer auch Gespräche mit Indielabels in Bezug darauf, wie eine Band vermarktet werden soll. Da schimpft alle Welt auf die Majors, aber im Kleinen ists keinen Krümel besser, ganz im Gegenteil. Wobei die sogar noch risikominimiert arbeiten, keine Vorschüsse oder Produktionskosten zahlen, aber dann genau die selben Ansprüche anmelden. Da läuft einiges schief quer durch unsere Medienlandschaft.

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#5 Laura am 12.11.2007 gegen 02:21

Klar läuft so einiges schief…aber wie kann man Medien dazu bringen, dass sie Musik labelloser Künstler besprechen? Schön, dass es so langsam einige internet-radios gibt (zB. phoenixradio.de), die sogar Alben, die sie auf jamendo gefunden haben, zum album der woche küren und auch diese musik spielen…
Was mich interessieren würde ist, ob man nicht damit rechnen kann, dass die Fans, die die cc-Musik einer Indie-Band downloaden auch zu Konzerten kämen? Habt ihr damit Erfahrung?
Laura von botany bay botanybay....y_bay.html

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#6 Falk am 12.11.2007 gegen 09:19

Hey Laura, schön dich auch mal zu lesen - bisher hatte ich ja nur mit Stephan das Vergnügen. Ich kenn sogar noch einige weitere Webradios (inklusive meinem eigenen), welche Musik von labellosen Künstlern vorstellen bzw. featuren. Da hat sich die letzten 1-2 Jahre - spätestens aber mit den unsäglichen Verhandlungen 2005 mit der GVL - einiges getan.

Wie das mit Konzerten ausschaut - ich hab ehrlich gesagt keinerlei Vergleichsmöglichkeiten, ob die freie Veröffentlichung von Musik sich da niederschlägt und mehr Besucher zu Konzerten anlockt. In dem Bereich läuft das meines Erachtens noch sehr klassisch und das Netz kann da nur als Hilfestellung für die Bekanntgabe von Terminen genutzt werden. “Meine” CC-Band tritt ja (noch) nicht live auf ;) aber ich werd mal die Jungs von Shearer fragen, ob die da was merken.

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