Die IFPI gibt sich lernresistent

Und verteidigt ihre “Zuckerbrot und Peitsche”-Strategie auf der derzeit stattfindenden IFPI Worldwide Anti-Piracy Enforcement Conference. Und gibt gleichzeitig zu, massiv Druck auf die EU und die Politik einzelner Länder auszuüben.

Man werde bei der US-Regierung so lange darauf drängen, dass die WTO-Verträge mit Russland nicht unterschrieben werden, bis die Putin-Regierung die Urheberrechtslage im Land auf Vordermann bringt.

Zudem läge man den EU-Offiziellen in Brüssel und Straßburg ständig in den Ohren, um deutlich zu machen, dass ein Beitritt der Piraterie-Hochburgen Rumänien und Bulgarien im nächsten Jahr ein Fehler ist.

Einfach nur noch lächerlich und brandgefährlich sowas - sorry, aber was anderes als bitterböse Worte fällt mir dazu echt nicht mehr ein. Dieser Drecksack macht mir nämlich meine Arbeit enorm schwer und behindert die von tausenden anderen Musikliebhabern.

Arsch mit Ohren denk ich mir, wenn ich lese, dass “unsere Menschenkenntnis uns sagt, dass Aufklärung nicht ausreicht”. Mr. Kennedy - da haben ihre Eltern aber einiges versäumt bei ihrer Erziehung, wenn man ihnen erst auf die Fresse hauen muss, damit sie verstehen.

Quelle: musikwoche.de

Ein Pirat ist ein Räuber, der von einem Schiff oder Boot aus sein Opfer attackiert und ausplündert, wobei manchmal auch Küstenorte Angriffsziele sind. Manche Piraten arbeiten auch mit der küstennahen Bevölkerung zusammen, die das Strandrecht besitzt.

Update: Irgendwie dazu passend ein aktueller Artikel bei irights mit dem treffenden Titel “Musikindustrie kämpft gegen kommerzielle Anbieter”.

Besonders gefällt mir der Satz vom Tiscali Senior Vice President Mario Mariani.

Die Kurzsichtigkeit der Plattenfirmen ist überraschend: sie versuchen weder zu verstehen, welche Bedürfnisse und Gewohnheiten Musikfans haben, die Musik über das Internet konsumieren, noch zu verstehen, was die Künstler wollen, die direkt von diesem System profitieren.

Das bringts irgendwie auf den Punkt.

Ähnlichkeiten mit anderen existierenden Artikeln sind rein zufällig:
Deine Stimme zählt: Wähle die Band mit den besten Gitarristen! | Der Krug geht solange zu Wasser… | Überhaupt Medien | Cut City verschenken Album | Der Spaß hört dort auf,… | Sollte mir das zu denken geben… | Vielleicht sollten die Damen und Herren Urheberrechtsdiskutierer… | Split Seconds: Erste Demos | Der tägliche Wahnsinn | Alles nur noch schnell… |

2 Meinungen ↓

#1 Björn am 09.06.2006 gegen 00:43

Ein schönes Beispiel dafür wie die Industrie die Politik bearbeitet war der Besuch unserer Kanzlerette in China neulich. Die werden zwar Wirtschafsmacht Numero Uno und denen ist es relativ egal, was die Chefin von Deutschland sagt, aber es gibt trotzdem Themen, die man moralisch relevant in den Vordergrund rücken könnte:

Menschenrechte. Pressezensur. Das Verschwinden von Regimekritikern. Religionsfreiheit. Tibet. Taiwan.

Und was ist am Ende der Reise die Schlagzeile? “Merkel in China: Harte Linie gegen Raubkopierer.”

Das sind Momente in denen ich merke, dass mein Zynismus noch nicht stark genug ist…

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#2 Falk am 09.06.2006 gegen 00:57

Ja, wobei ich manchmal das Gefühl habe, dass einem selbst dieser Zynismus nicht weiterhilft. Ich tapps ja tagtäglich über den Scherbenhaufen, den die IFPI angerichtet hat und bin schon froh, wenn meine Füsse mal nicht bluten. Traurig traurig - aber ich zieh mich dann immer an guter Musik hoch, die sonst kaum wer kennt - das rettet meine Tage dann immer :)

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