Think About Mutation

Oder “Die Geschichte eines genialen Geheimtips, welcher von einem Label kaputt gemacht wurde…”

Think About MutationWollte ich auch schon ewig hier mal erwähnen, denn die Band mit dem coolen Namen Think About Mutation ist mir noch in allerbester Erinnerung. 1994 war es, als sie für Die Krupps die Vorband geben durften. Aber zur eigentlichen Geschichte der Band zitier ich einfach mal ein paar Stellen aus der Bandhistorie. Vielleicht erkennt man dann ja den roten Faden, was im Musikbusiness seit ca. 1999 schiefläuft.

Hier die Chronologie der Achterbahnfahrt

  • 12.12.1992 Wir gewinnen den Leipziger Rockwettbewerb…
  • 19.06.1993 Wir sind “very special guest” bei dem Depeche Mode Konzert auf der Leipziger Festwiese vor 25 000 zuschauern.
  • 09.10.1993 Nach für uns ewigen 3 Monaten erscheint unser Debüt-Album Motorrazor
  • 12.01.-22.01.1994 tam gehen mit den Krupps on Tour
  • 29.05.-10.06.1994 eine Mini-Tour mit Oomph
  • 22.10.1994 Unsere zweite CD erscheint
  • 19.04.-26.05.1996 es startet die bis dato längste Tour von1 : die “Hellraver” - Tour …
  • 13.05.1996 An diesem Tag erscheint “Hellraver”
  • 25.-27.12.1997 Drei Shows mit Front 242
  • 14.01.-25.01.1998 wir supporten Sisters of Mercy durch Deutschland
  • 09.02.1998 Unsere 4.CD “Virus” erscheint bei Motormusic
  • 30.08.1999 - Single ” Two Tribes ” erscheint wir haben eine heavy Rotation bei Viva 2 und erreichen in den 2Rock-Charts platz 4
  • 27.09.1999 “Highlife” erscheint

Und dann gehts rasend schnell abwärts. Nachdem das Label feststellte, das die Verkaufszahlen des Albums hinter den Erwartungen blieben (remember: 1999 - the beginning of the end of fucking musicbusiness), wurde plötzlich Kritik am Sänger seitens des Labels laut. Dieser bat sich 1 Jahr Bedenkzeit aus und besiegelte schliesslich den Untergang der Band. Und damit hatte diese erfolgversprechende Historie ein jähes Ende gefunden.

Link: [[tam]] Homepage

Zum Schluss noch eine kleine Randnotiz. Ob solcher unsäglichen Dinge, wie sie hier passiert sind, wundert und erstaunt mich immer wieder, wie ein Tim Renner von Motor plötzlich im Jahr 2006 als Speerspitze des modernen Musikbusiness gesehen werden kann. Aber das muss jeder mit sich selbst abmachen…

  1. tam []

Ähnlichkeiten mit anderen existierenden Artikeln sind rein zufällig:
The Boxer Rebellion: Exits | Isis Signum: Electrosensual | Arzt+Pfusch - Get S.I.C.K! | MySpace Music geht an den Start | Lesestoff fürs Wochenende | New Model Army - Neues Album | Still und heimlich… | Das Jahr, als die Musikindustrie starb | Björn Kleinhenz: Trans Pony | The Mary Onettes auf Tour |

4 Meinungen ↓

#1 kamuflaro am 23.07.2006 gegen 20:50

Die haben einen ziemlich harten Sound :) Über die Musikindustrie[sic] ;) verliere ich mal kein Wort, das hast du schon gemacht. :P

#2 Falk am 23.07.2006 gegen 20:58

Sagen wir so - zu der Zeit, als ich TAM kennenlernen durfte, da war Rammstein nur ein Furz in der Landschaft. Und witzigerweise aber beide dann beim selben Label…welches 1997 natürlich den kommenden Erfolg durch die “Sehnsucht” sah. Und mit dem Engagement des Herrn Renner bei Universal endete dann auch jedwedes Interesse an der Förderung von Bands. Soweit noch dazu…

#3 tamfan am 01.11.2006 gegen 15:23

think about mutation - eine der besseren bands seinerzeit. aber mit ihrer 4. platte “virus” haben sie sich selbst ein ei gelegt bzw. ein bein gestellt. da haben die jungs schon das glück, einen vertrag bei einem majorlabel zu ergattern und was machen sie? bringen als ersten major-release eine experimentelle platte raus… so bescheuert muss man erstmal sein.

tam habe ich gestern übrigens auch bei myspace entdeckt: myspace.co...utmutation

gedenkstein? reunion? bin mal gespannt.

#4 Falk am 01.11.2006 gegen 15:48

Re-Union fänd ich schon sehr cool. Aber dran glauben kann ich da auch nicht so sehr. Mich haben die Jungs damals live sehr überzeugt. Und hey - was spricht gegen eine experimentelle Platte bei einem Major? Denn dieser hätte es ja nicht veröffentlicht, wenn man nicht die Möglichkeit gesehen hätte, dass es sich verkauft. Allerdings geht mir dieses Schmalspurdenken der “Großen” derbst auf die Nüsse und TAM sind ein Paradebeispiel dafür, das eben die Förderung von Künstlern zugunsten profitabler Quartalsergebnisse eingestampft wurde.

Kleiner Hinweis in eigener Sache für alle, die jetzt aus dem Forum diesen Beitrag eventuell kommentieren wollen: Da dieser schon ein Stück älter ist, landen alle Kommentare in der Moderationsschleife. Ich schalt die aber immer so schnell wie möglich frei.

Sitemap