Korrupt ist mal wieder Schuld…

…dass ich um diese Uhrzeit jetzt doch noch was schreibe. Was hat er getan? Genau, großartige Musik gespielt und eben lief dann

Einstürzende Neubauten - Der Tod ist ein Dandy

was wieder einmal den Sprücheklopfer in mir weckte.

Aussage 1

[00:45] man muss bei den sachen auf den text und die metapher achten
[00:45] aber heutzutage weiss ja auch keiner, was ein Dandy ist
[00:46] ich find EN immer entspannend - egal wann
[00:46] reinfallen, lauschen, bilder im kopf entstehen lassen - besser als jede droge

Man sieht schon, im Chat achte ich nicht so auf Groß-/Kleinschreibung. Aber der beste kommt noch.

Aussage 2

[00:48] wobei ich ja jetzt die these aufstellen könnte, das die Gothic-Culture definitiv eine Dandy-Kultur ist
[00:48] Tragen von Kleidung als Zweck des Daseins

Und an dem Punkt hab ich mich selbst gestoppt, aber den Gedanke werd ich mal weiterverfolgen, deswegen hier jetzt dieser Eintrag.

Ähnlichkeiten mit anderen existierenden Artikeln sind rein zufällig:
Paint it black | VUT schießt scharf | Kommerzgedudel zum Samstag | Zu diversen Kommentaren hier | Sperrfrist | Adam und Eva vergnügen sich im Paradies | Nine Inch Nails: Ghost I-IV kreativ visualisieren | Deine Stimme zählt: Wähle die Band mit den besten Gitarristen! | Listeners of the Day | IR01: Interactive Remixes |

2 Meinungen ↓

#1 Korrupt am 21.05.2006 gegen 22:33

Das sind weite Felder, die du da aufmachst, Falk, und irgendwie weiss ich da auch nur einiges vages zu sagen… Neubauten bzw. insbesondere Bargeld inszenieren imo das Dandyeske durchaus, oder besser Bargeld, und vor allem in den letzten jahren, da meine ich schon sehr deutlich die Rolle des gereiften Poeten zu erkennen, der sich in den Videos durchaus entstellen mag, aber irgendwie weht da imo immer Oscar Wilde ueber dem Wasser. Das mag ich in dem Kontext ganz positiv verstanden wissen, wenige verstehen in Wuerde zu altern.

Auf die Gothic-Culture bezogen ist das ganze ambivalenter, und das gelegentliche Gelaestere ueber die frisch aus dem X-tra-X entsprungenen Goeren haben wir da ja als Hintergrund. “Dandyesk” hat für mich an sich positive Konnotationen, Aesthetisierung des Alltags ist an und fuer sich eine gute Sache. *das* ist halt auch eher meine Assoziation zum dandyesken, vielleicht eine etwas zu positive. Weniger das “Kopf hat man zum schicken Hut draufsetzen”, sondern eher eben diese geschicte, sich eine Umgebung zu gestalten.

Was im Goth-Umfeld halt unterschiedlich hinhaut. Wie gesagt, der Matrix-Einheitsdress nutzt sich irgendwie auch irgendwie gelegentlich ab, und der Rotwein ist halt auch irgendwie zum Klischeeaccessoire verkommen. Mit Dandyismus hat das imo wenig zu tun, aber wie gesagt, den seh ich vielleicht auch ein wenig zu positiv, und wenn ich mir mein geschriebenes so ueberdenke, gruselt mich ein wenig vor dem impliziten Gesinnungstest - aesthetisieren ja, aber nur mit der richtigen Grundeinstellung? Ich weiss nicht so recht.

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#2 Falk am 21.05.2006 gegen 22:44

Den Ansatz hab ich bewusst provokativ gemacht, vor allem mit dem “Wissen”, dass Jeder den Begriff Gothic als etwas anderes versteht. Ich hab da vor kurzem erst einen recht erfrischenden Beitrag eines erklärten Gothic-Hassers gelesen, der dieser “Szene” unterstellte keine zu sein, da sie selbst sich ja nicht einmal definieren kann. Und finde, da ist viel wahres dran.

Womit dann erstmal ein Punkt da sein müsste, was man für sich selbst als Gothic sieht, um dann wie ich das getan habe, diese “gewagte These” aufzustellen. IMHO seh ich die Verbindung einer gewissen Spielrichtung von Rockmusik mit einem ästhetischen Erscheinungsbild für mich selbst als Gothic. Deshalb bin ich ja auch keiner, da diese persönliche Inszinierung für mich nicht das Wahre ist. Bestimmte Formen dieser Darstellung (speziell dann auch eher bei Künstlern) empfinde ich eben als “dandyesk”. Und auch dies im positiven Sinne, es macht das Gesamtbild aus.

Womit wir bei Blixa wären. Seine Selbstdarstellung und seine Metapher sind mit ihm gereift, erwachsen geworden, gut gehütet und immer clever in Szene gesetzt. Eine Kunst, die man in dieser Form sehr selten findet.

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