Unabhängig, Unsachlich, Unspektakulär…Unmöglich!?

F.A.L.K. stands for FUCK ART - LETS KILL!


IFPI und Co. - eine unendliche(?) Geschichte

» Abgelegt von Falk am 04.04.2006 16:31 unter: Sonstiges, Management, darkerradio |

Okay, dass ich oben genannter Interessenvertretung nicht grad wohlgesonnen bin, weiss man, wenn man hier ab und an mal mitliest. Das ich allerdings auch auf der Seite von *Künstlern* bin (und damit sind nicht die aufgeblasenen Superstars gemeint) und diese unterstütze und deren gerechte Entlohnung als Grundvoraussetzung für den Fortbestand des Abendlandes sehe, ist auch bekannt. Und dann muss ich heute folgendes lesen.

IFPI tritt neue Klagewelle los

Die Musikwirtschaft setzt ihre Strategie der Abschreckung und *Erziehung* fort und bringt am 4. April weltweit fast 2000 neue Verfahren gegen Filesharer auf den Weg. Damit steigt die Zahl der Verfahren außerhalb der USA auf nunmehr 5500, davon betroffen sind 18 Nationen. Der neue Vorstoß findet in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie in Dänemark, Finnland, Italien, Schweden, Hongkong, Südafrika und Island statt. Erstmals gibt es zudem Verfahren in Portugal. Hier brach das legale Musikgeschäft in den vergangenen vier Jahren um 40 Prozent ein.(Quelle: Musikwoche)

Hervorhebung von mir. Mal gaaaaaaaaaaaaaaaaaaanz langsam … Erziehung?! Schrieben die da tatsächlich Erziehung? Also Abschreckung geh ich ja noch mit, aber bitte - wo bleibt da die Erziehung? Oder ums mal anders auszudrücken, soll ich jetzt meine Kinder immer wegsperren bei Brot und Wasser, nur weil sie mal nicht das getan haben, was ich mir vorstellte? Das diese ganze Kampagne a, das Thema völlig verfehlt und b, dies nur eine “Leckt mich doch am Arsch - Eure Scheisse kauf ich nie mehr”-Stimmung erzeugt, dürfte nun mittlerweile auch bis zu Herrn John Kennedy durchgedrungen sein. Da werden schon wieder Zahlen durch den Raum geprügelt, die einer ernsthaften Überprüfung mit Sicherheit kaum standhalten würden - und das alles nur, weil man nicht akzeptieren kann, dass *weltweit* nunmal weniger Geld für diese gequirlte Scheisse seichte Mainstream-Musik zur Verfügung steht, für deren Rechteverwirkerverwerter nunmal die IFPI eintritt. Und yeah - da pfeifts aus Amerika UK (verdammte Axt, da hatte ich doch glatt IFPI-Chairman John Kennedy nach USA aussiedeln lassen) und schwupps ist der gute Onkel der Deutschen Phonoverbände auch wieder in den Medien.

Deutsche Musikwirtschaft hält an P2P-Verfolgung fest

Angesichts der ersten Erfolge im legalen Onlinegeschäft will die deutsche Musikwirtschaft am Vorgehen gegen P2P-Piraterie festhalten. “Der legale Musikvertrieb im Internet entwickelt sich positiv und wird von unserer Branche vorangetrieben”, erklärt Michael Haentjes, Vorsitzender der Deutschen Phonoverbände. “Wichtig ist aber auch, dass wir gegen illegale Musikanbieter konsequent vorgehen, damit die legalen Shops ausreichenden Raum für ihren Service haben.” (Quelle: Musikwoche)

Jawoll - immer drauf auf die bösen[TM] Raubkopierer. Mit aller Härte - macht kaputt, was Euch kaputt macht. Fragt sich nur, wer bei letzterem schneller ist, die Musikwirtschaft oder der Verbraucher.

Das Rennen kann beginnen…

Schön nur zu sehen, das man, selbst wenn man genau hinschaut, die gesamten Indielabels nicht sieht. Denn diese sind hier in Deutschland in der VUT organisiert und für diese sind die Kunden noch Kunden und keine Schwerstverbrecher.

In Deutschland sind im Rahmen des internationalen Kampfs gegen die P2P-Piraterie seit März 2004 rund 3000 Klagen von der IFPI und der von ihr beauftragten Pirateriespezialisten von proMedia gegen illegale Musikanbieter im Internet zur Anzeige gebracht worden. “Inzwischen wurden mehr als 500 zivilrechtliche Vergleiche geschlossen; die weiteren Verfahren sind noch bei den Staatsanwaltschaften anhängig. Die Schadensersatzzahlungen lagen zwischen 2000 und 15000 Euro, der Durchschnitt beträgt 3000 Euro”, zählen die Vertreter der deutschen Musikwirtschaft auf.

Und wenn erst die Novelle zum Urheberrecht beschlossene Sache ist und die Musikwirtschaft einen erweiterten Auskunftsanspruch gegenüber Providern hat, ja dann - dann dürfen sich die jetzt schon überforderten Staatsanwälte aber freuen. Die Chancen, dann wegen Geringfügigkeit oder wegen Verjährung (?) nicht belangt zu werden steigen irgendwie überproportional an. Oder aber man lässt dann die ganzen anderen “schweren Jungs” einfach laufen. Vielleicht erledigen sich dann viele Probleme von ganz allein, wenn sich die Gesellschaft selbst ausrottet. Willkommen im Mittelalter - oder auch

Die spinnen doch, die Römer!





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