GEMA-Lizenzshop für Webradios erhält positives Feedback

Es geht doch, selten waren sich eine Rechteverwertungsgesellschaft und Webradioanbieter so einig, wie in diesen Tagen kurz nach dem Start des GEMA-Lizenzshops. In nur einer Woche haben 340 Webradio-Betreiber das Angebot der GEMA genutzt und ihr Radio unter www.gema.de/lizenzshop online lizenziert.

Allerdings räumte ich schon kurz nach dem Start ein, dass ich die Veröffentlichung einer Liste der lizensierten Radios etwas zwiegespalten betrachte. Sicher ist an der Argumentation

Auf großes Interesse stößt darüber hinaus die Veröffentlichung der lizenzierten Webradios auf der Homepage der GEMA. Hörer haben hier die Möglichkeit, sich über die aktuellen Angebote der Webradioszene zu informieren. Die Betreiber von Webradios können wiederum anhand der Veröffentlichung ihres Links auf der Homepage der GEMA die Lizenzierung ihres Radios offiziell belegen und sich von illegalen Anbietern abgrenzen.

etwas dran, aber Sätze wie

Gerade für Werbe- und Geschäftspartner bietet diese Legitimation eine wichtige Grundlage der Zusammenarbeit, heißt es dazu von Seiten der GEMA.

gehen dann irgendwie schon wieder am Ziel vorbei. Ich dachte die GEMA vertritt die Interessen der Komponisten, Textdichter und Musikverleger? Und diese betrachte ich nicht unbedingt als Geschäftspartner per Definition. Oder mal das Pferd andersrum gezäumt - profitiert nicht grad die Industrie, der Handel und die Dienstleistung durch Werbeschaltungen in Medien, welche Kunst transportieren? Irgendwo machts da grad nicht so wirklich klick bei mir - denn mal so gesprochen, betreibt man einen Aufwand, um die Künstler zu Gehör zu bringen und muss dies ja auch irgendwie finanzieren. Bei einem Projekt wie dem unseren ist das reiner Idealismus - demzufolge werbefrei. Andere dürfen anders darüber denken und tun dies auch. Und finanzieren sich aus Werbung. Völlig legitim und korrekt. Nur am Ende - wer hat denn dann mehr davon? Ich persönlich neige ja dazu, das man bei solchen werbefinanzierten Medien die Musik (die man ja eigentlich unterstützt) eher als Nebensache betrachtet. Wie sonst liese sich dann die ganze Hitdudelei erklären, die einzig und allein dem Zweck dient, die Zeit zwischen 2 Werbeblöcken rumzukriegen.

Aber sei es drum, ich glaub das ist schon okay, dass wir uns auf das Thema Musik als Solches beschränken und alles drumherum ausblenden. Was ich allerdings immer noch befürchte, dass jetzt ein wildes “Mit-dem-Finger-auf-Andere-zeigen” ob dieser öffentlichen Liste losgetreten werden könnte. Ist zwar fein, wenn man drinsteht, das man damit hausieren gehen kann - aber welche Konsequenzen ergeben sich jetzt daraus für die “Anderen”? Ich denk mal gar keine - oder sollte ich die Webradioszene überschätzen?

(Zitate von Musikmarkt.de)

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