Es ist wahrlich nicht leicht…

…mit diesen Lizenzverträgen der Creative Commons. Da bekomm ich eine Mail mit dem Hinweis, daß eine Band ihre Songs unter dieser Creative Commons Lizenz veröffentlicht und muss am Ende der Mail folgendes lesen:

Wir bitten lediglich darum, die oben aufgeführten Links zu verwenden, die
Dateien also nicht selber anderweitig zu platzieren.

Also der eigenen Lizenz in einer Nebenabrede zu widersprechen ist ja dann doch in meinen Augen unsinnig. Und vor allem grob fahrlässig, denn ich kann nicht einerseits die freie Verteilung mit Hilfe der CC propagieren und dann versuchen, diese einzuschränken. Das kommt einem Lizenzverstoß gleich, was mich allerdings dann grübeln lässt. Weil wenn die das tatsächlich ernst meinen, dann dürfte die Lizenz aufgrund der Klausel ungültig sein, oder?

Ähnlichkeiten mit anderen existierenden Artikeln sind rein zufällig:
Creative Commons für Dummies | Jetzt versteh ich endlich | Shortcut: Downloads von Celestial und Marqui Adora | Im Rampenlicht | Freiheit!? | Geht ja doch | Bin gespannt, obs klappt… | Es ist zum Kugeln… | Das wars 2007 | 7ieben - Rock Show |

10 Meinungen ↓

#1 doX am 17.11.2007 gegen 17:26

Ich würde ja die Bitte nicht als Widerspruch deuten, sondern als Wunsch der Band den man erfüllen kann oder eben auch nicht.
Natürlich macht es dan ganze wieder komplizierter als es eigentlich ist und nicht zuletzt überflüssig wie ein Kropf.

#2 Falk am 17.11.2007 gegen 17:34

Naja, ich achte auf sowas schon. Wenn da die Erklärung, die auf meine Nachfrage erfolgte, da schon gestanden hätte, wär ich nicht so verwundert gewesen. So entsteht aber halt vorschnell der Eindruck, daß etwas verhindert werden soll, was an sich erlaubt war ;) Wenn eine Band sich unsicher ist, ob das Mixing der Song etc. wirklich okay ist, dann soll sie eben Versionsangaben zu den Liedern dazupacken. Kann man ja in den ID3-Tags hervorragend machen ;)

#3 doX am 17.11.2007 gegen 18:39

Hmmm, da kann ich jetzt nicht folgen…

Grundsätzlich finde ich aber, daß die cc genug aussagt und für mich sowas wie “halte dich dran oder frag nach” bedeutet.

Letztendlich kann ich doch, einmal losgelassen, eh nicht mehr kontrollieren was mit den Songs passiert. Muß ich auch nicht… 8)

#4 eSa:Tori am 17.11.2007 gegen 18:52

Die Bitte, unsere MP3s direkt zu verlinken, war wirklich nur aus einem Grund: nämlich dass wir in den Songs hin und wieder noch kleine Fehler ausbügeln und so immer eine aktuelle Version verlinkt wäre.

Wir releasen unter CC und stehen 100% hinter diesem Modell. Jede(r) darf sich die Songs umsonst herunterladen und sie verteilen, wie immer er/sie lustig ist.

Viele Grüße aus Hannover…
…von eSa:Tori

#5 Falk am 17.11.2007 gegen 19:58

Mist, jetzt habt ihr Euch geoutet - ich hatte es extra auf ne Meta-Ebene transportiert, denn die Frage, stellt sich mir tatsächlich: Bewirkt solch eine versuchte Nebenabrede (hatten wir ja schonmal mit einem Font unter CC) die Ungültigkeit der Lizenz oder ist die Nebenabrede ungültig und ich halt mich als Nutzer einfach an die Lizenz. Genau das ging mir bei der Mail durch den Kopf. Ungeachtet, daß das Mißverständnis ja geklärt ist ;)

#6 eSa:Tori am 17.11.2007 gegen 20:46

Hi, macht nix, outen wir uns halt, haben ja nix böses getan :-)

Also, als “Nebenabrede” würde ich es nur auffassen, wenn das gestanden hätte, man verpflichte sich dazu die MP3s nicht selbst zu hosten etc…so aber war es ja nur als freundliche Bitte formuliert (und auch gemeint)und hätte insofern meiner Meinung nach eh keine rechtliche Bindung.

WENN aber wirklich mal jemand versucht, verbindliche Nebenabreden zu einer CC Lizenz zu treffen, würde ihm doch dieser Teil (§8) der CC da sowieso eine Strich durch die Rechnung machen, so dass mglw. die ganze Lizeniserungsgeschichte schwebend unwirksam wäre, oder ?

“Dieser Lizenzvertrag stellt die vollständige Vereinbarung zwischen den Vertragsparteien hinsichtlich des Schutzgegenstandes dar. Es gibt keine weiteren ergänzenden Vereinbarungen oder mündlichen Abreden im Hinblick auf den Schutzgegenstand. Der Lizenzgeber ist an keine zusätzlichen Abreden gebunden, die aus irgendeiner Absprache mit Ihnen entstehen könnten. Der Lizenzvertrag kann nicht ohne eine übereinstimmende schriftliche Vereinbarung zwischen dem Lizenzgeber und Ihnen abgeändert werden.”

#7 Falk am 17.11.2007 gegen 20:57

…so dass mglw. die ganze Lizeniserungsgeschichte schwebend unwirksam wäre, oder?

Genau dies wäre ja die Frage, die mir da heute in den Sinn kam. Eine Änderung des Lizenzvertrages kann ja durchaus erfolgen, beispielsweise, wenn es darum geht, eine kommerzielle Nutzung zu erlauben. Aber dies tangiert dann ja die ursprüngliche CC nicht, sondern ist ein eigenständiger Lizenzvertrag. Ich persönlich bin ja immer geneigt, einfach Nebenabreden zu ignorieren, wenn eine verbindliche CC zum Schutzgegenstand ausgesprochen wurde (daher ja mein Hinweis heute in der Mail), aber ob ich damit auf der sicheren Seite bin, wüsste ich in dem Fall dann eben auch nicht.

#8 Thomas/Advisign am 18.11.2007 gegen 17:03

Hallo!

Es ist tatsächlich so, dass Werke, die unter der CC-Lizenz veröffentlicht worden sind, mit dieser dauerhaft werden “leben müssen”. D.h. etwaige Erweiterungen (Z.B. kommerzielle Nutzung) sind möglich. Einschränkungen dagegen nicht.

D.h. wäre die hier Diskutiere Aufforderung keine Bitte, wäre sie eh nicht durchsetzbar.

#9 Falk am 18.11.2007 gegen 18:38

Also sozusagen wie bei ungültigen AGB-Klauseln. Die CC ist bindend für mich und Nebenabreden kann ich ignorieren?

#10 Thomas/Advisign am 19.11.2007 gegen 00:53

Ja, könnte man mit ungültigen AGB-Klauseln vergleichen. Wenn diese ungültig sind, gilt das Gesetz.

Wenn die Abreden bei den CC-Lizenzen ungültig sind, gilt die CC-Lizenz.

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