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Management & Promopool & Kommerz 29.03.2007 16:58

Reebosound und die GEMA

Ich hatte ja versprochen, dass es eine Fortsetzung geben wird und hier ist sie. Nach einem sehr langen Telefonat eben mit Missu von Reebosound, sind wir zwar beide jetzt schlauer, aber leider kein Stück weiter. Fakt ist, er darf die Downloads nicht einfach anbieten, da er selbst als Urheber/Textdichter bei der GEMA Mitglied ist. Und auch wenn die Songs des selbstbetitelten Debüt dort noch nicht gemeldet sind[1], unterliegen damit automatisch alle bisherigen und zukünftigen Werke von ihm der Verwertung durch die GEMA.

Soweit so schlecht, wir sprachen halt noch über Alternativen zum selbst angebotenen Download und eventuell gibts da demnächst wenigstens Links zu den Soundfiles. Das Gespräch zeigte mir aber wieder 2 Dinge:

1. Das sich Urheber oder Künstler selten darüber bewusst sind, welche rechtlichen Aspekte eine Mitgliedschaft in der GEMA hat und vor allem, welche Nachteile ihnen entstehen können.

2. Wenn mir noch einmal einer mit dem Argument kommt, die GEMA würde dies ja im Sinne der Künstler tun, von ihnen selbst eine Abgabe für ihre eigenen Songs zu fordern, dem werf ich dieses Argument mit Anlauf rechts und links um die Ohren.

Geht mir bloss weg mit dieser affigen “Naja, die meinen das doch auch nur gut”-Mentälität. Die ist mehr als nur daneben und behindert mittlerweile immer mehr die freie Entfaltung grad für unbekanntere Bands. Wenn das im Sinne des Urhebers ist, ihm ein geiles Mittel zur Eigenpräsentation und -promotion zu nehmen, dann leb ich mit Sicherheit auf dem falschen Planeten. Das soll bitte jeder Textdichter/Autor selbst entscheiden dürfen, ob und wann er seine Songs frei zur Verfügung stellt oder nicht.

Und nein, ich hab eben Missu nicht zu einem Austritt aus dem Verein geraten, auch wenn wir da ziemlich ähnlich denken und die eventuellen Verluste durch Nicht-Mitgliedschaft auf anderer Ebene kompensiert sehen. Es wird aber wahrscheinlich recht spannend werden, wie die Bezirksdirektion auf die Anfrage reagiert, dass ein Mitglied nachträglich die Verwertung von Digitalrechten aus seinem Vertrag ausklammern möchte.

Gibt also wahrscheinlich eine weitere Forsetzung der beliebten Reihe “GEMA weg da!”…

  1. Wozu ja meiner Meinung nach auch erstmal kein Grund besteht, da bisher weder CD noch Vinyl existieren, diese aber ja kommen werden und spätestens dann sind die Songs auch im Reportoire der GEMA. []

Kommentare zu “Reebosound und die GEMA”

  1. am 29.03.2007 um 21:33 1.Prospero meint …

    Ach - man kann die digitalen Verwertungsrechte auch NACHTRÄGLICH ausklammern? Das geht? Angeblich soll man das ja im Vorhinein tun können aber ich habe noch keinen getroffen oder gelesen, der das irgendwie getan hat.
    Das heißt, ich darf jetzt vermutlich solange das mit dem digitalen Verwertungsrecht nicht feststeht auch in meinem Podcast und im WK-Magazin nachschauen wo ich Songs von ihm drinhabe und die nachträglich rausschneiden? Weil ich natürlich annahm, dass die Erlaubnis des Künstlers reichen würde und ich von der GEMA-Mitgliedschaft nichts wußte und die Songs - tieflufthol - NICHT IN DER DATENBANK ZU FINDEN SIND UND ICH AUF DER SICHEREN SEITE MICH WÄHNTE? AAAAAAAAAAAAAARRRRRRRRGGGGHHHH.
    Sorry, das ist einfach höher als alle menschliche Vernunft um ein Paulus-Zitat abzuwandeln. Damit hätten wir es aber zumindest offiziell - es ist kein Verlaß auf die Datenbank der GEMA. Don’t trust the GEMA…
    Verfrellt und zugedrennt nochmal - Zähne knirsch - unglaublich. Wirklich unglaublich…

  2. am 29.03.2007 um 21:52 2.Falk meint …

    Ob man die Rechte nachträglich ausklammern kann ist mir jetzt noch nicht bekannt. Missu wird da allerdings mal nachfragen, ob dies möglich ist. Auf die Antwort (sofern eine kommt) bin ich echt gespannt. Und ja, vom Prinzip musst du jetzt entweder deine Podcasts lizensieren oder die Songs rausschneiden oder so tun, als wüsstest du von nichts. Sag ja, gibt sicher eine Fortsetzung ;)

  3. am 29.03.2007 um 21:56 3.Prospero meint …

    Tja, die letzte Option wäre ja jetzt wohl nicht mehr möglich… ;-)
    Wenn ich jetzt wirklich immer Show-Notes nachgetragen hätte wüßte ich auch jetzt wo und wann ich ihn hatte. Das ist sowas von bekloppt. *kopfschüttel*
    Ad Astra

  4. am 29.03.2007 um 22:05 4.Falk meint …

    Die Fehlannahme bestand halt darin, dass er zwar als Textautor Mitglied wegen einer früheren Band ist, aber Reebosound-Songs *nicht* gemeldet hat und dies ja bisher auch nicht brauchte (siehe Text). Das allerdings eben genau dies irrelevant ist in Bezug auf die Verwertung, wurde dann später erst klar. Tja, transparent nenn ich sowas (oder auch nicht).

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