Indies starten Merlin

Der weltweite Independent Sektor hat heute offiziell Merlin, die erste weltweite Lizenzagentur für Musik in den neue Medien, ins Leben gerufen. Merlin’s Kernaussage ist klar und einfach:

“Faire Deals für ALLE Independents”

Merlins Aufgabe ist, Möglichkeiten für New Media Deals aufzufinden und zu verhandeln, die schwerlich individuell oder vor Ort geschlossen werden können, wobei Merlin selber weder Repertoire aggregiert noch ausliefert. Der weltweite Zusammenschluss von unabhängigen Musikunternehmen zu einem gemeinsamen operativen Geschäft ist der wichtigste Schritt, den der Independent-Sektor jemals vollzogen hat. Durch Merlin werden die Independents mit ihrem weltweiten Marktanteil von 30%1 beweisen, dass sie nicht nur inhaltlich sondern auch wirtschaftlich der „fünfte Major“ sind!

Merlin wird es möglich machen bis zu 80%2 der weltweiten Neuerscheinungen über nur eine Stelle zu lizensieren – potenziell kann Merlin die Verhandlung von Tausenden von Einzel-Deals durch einen einzigen Vertrag ersetzen.

Merlin wird durch die angebotenen kollektiv geschlossenen Verträge nicht nur den Eintritt seiner Lizenzgeber in die Welt der neuen Medien erleichtern, sondern vor allem dem bisher eher nachlässigen Umgang mit Independent Repertoire ein Ende machen. Dabei agiert Merlin außerhalb der Sphäre von Verwertungsgesellschaften3 und wird die eigenartige Annahme, Lizenzen müssten nur von den vier großen Major Unternehmen erworben werden, widerlegen.

Der VUT versteht Merlin als konsequente Weiterentwicklung des Gedankens von VUT-Digital auf internationaler Ebene. VUT-Digital hat seit Sommer 2005 Lizenzverträge mit 20 nationalen und internationalen digitalen Musikservices für VUT-Mitglieder geschlossen, darunter Musicload, Emusic, Beatport, Napster oder Musicbrigade. Daher ist es selbstverständlich, dass eine Reihe von Lizenzgebern aus Deutschland Merlin nicht nur begrüssen, sondern auch Ihr Repertoire dazu beisteuern, darunter !K7, finetunes, Kontor, Compost, Motor Entertainment, City Slang und Edel.

(Quelle: VUT-Pressemitteilung)

  1. *Der weltweite Marktanteil des Independent-Sektors betrug 2005 29%, Quelle Music & Copyright, 13. September 2006. []
  2. 80% der statuierten Zahlen basieren auf einer Mischung aus einer Nielsen Soundscan Erhebung (2005: 81.65% aller US-Neuerscheinungen waren unabhängig) und BPI-Zahlen (2005: 83% aller Neuerscheinungen in Großbritannien von unabhängigen Labels) []
  3. Hab ich da wen gema weg GEMA rufen hören? []

Ähnlichkeiten mit anderen existierenden Artikeln sind rein zufällig:
MySpace Music geht an den Start | Das Internet und die Transformation der Musikindustrie: Rekonstruktion und Erklärung eines unkontrollierten sektoralen Wandels | VUT schießt scharf | Creative Commons vs GEMA | Hoffnung | The Search ‘Saturnine Songs’ | Zeitgeist, The Movie - auf deutsch | Ich bin ja very beeindruckt | Toleranz | Nett gemeint…. |

3 Meinungen ↓

#1 Prospero am 21.01.2007 gegen 00:45

Cooooollll. ;-)

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#2 Nur mein Standpunkt » Indies starten MERLIN am 21.01.2007 gegen 00:54

[...] Damits nicht in den Kommentaren untergeht: Der Nachbar meldet dass die Indies jetzt die erste weltweite Lizenzagentur für Musik in den neue Medien ins Leben gerufen haben. Das nennt sich MERLIN und dieser Dienst agiert außerhalb der Sphäre von Verwertungsgesellschaften und wird die eigenartige Annahme, Lizenzen müssten nur von den vier großen Major Unternehmen erworben werden, widerlegen. Vermutlich ist die Pressemitteilung des VUT erstmal nur über den Newsletter gegangen, den ich nicht abonniert habe aber fürs Radio sollte man das wohl mal tun - ich finde sie nämlich nicht auf der Webseite. Womit ich mal wieder fahrlässig gegen journalistische Prinzipien im Blog verstoße, oh meine Güte, schocking… [...]

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#3 FALK stands for FUCK ART - LETS KILL! » Tipps für die GEMA am 21.01.2007 gegen 12:46

[...] Aber sorry, das sind die 80% der Internet-Nutzer, die von Fair Use soweit entfernt sind, wie die Erde von der Sonne, auch schuld. Und wenn diese Einnahmen, dann nicht wie in der Schweiz verteilt werden und auch die Indies einen Teil des Kuchens als Lizenzeinnahmen abbekommen, wären wir ein großes Stück weiter. [...]

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